Einsatz: Wildermieming ohne Wasser

INFO: Das Trinkwasser bitte in den nächsten Tagen mind. 3 Minuten abkochen.
Die Nacht von Donnerstag auf Freitag, den 28.10.2022, war für die Feuerwehr Wildermieming, nicht nur eine übungsreiche, sondern auch eine lange Einsatznacht.
Fast am Heimweg vom Gerätehaus wurde durch einen aufmerksamen Mitbürger die Meldung direkt in das Gerätehaus überbracht, dass die Wasserversorgung im Eigenheim ausgefallen ist. Nach Prüfung im Gemeindehaus und auch weiteren privaten Haushalten wurde schnell klar, dass in weiteren Teilen der Gemeinde kein Wasser mehr kommt.
Durch die Alarmierung der Gemeindemitarbeiter (Wasserversorgung) und weiteren Feuerwehrkamerad:innen konnte das Ausmaß auch in Zahlen schnell festgestellt werden.
Der Hochbehälter, der Wildermieming mit Trink- und Löschwasser versorgt war leer. Die Aufzeichnungen der Wasserüberwachung bestätigten auch einen rapiden Wasserstandsabfall zwischen 20:40 Uhr und 23:40 Uhr. In dieser Zeit ist das gesamte gespeicherte Wasser (400.000 Liter!) durch ein Leck aus dem System entwichen.
Die Feuerwehr Wildermieming hat anschließend mit einem Gemeindemitarbeiter sukzessive begonnen das Leck zu orten. Durch Zu- und Abschließen von Wasserschiebern konnte die Wasserversorgung im nächtlichen Verlauf für die obere Siedlung vorerst schon einmal sichergestellt werden.
Über eine Trennung der Wasserkreisläufe – Rochusquelle und Jagerlequelle (Hochbehälter) – konnte im Anschluss ein strukturiertes Suchen des Lecks im Bereich Dorf, Affenhausen und untere Siedlung begonnen werden.
In den frühen Morgenstunden (ca. 5:00 Uhr) war klar, dass es bis zum Morgen keine ganzheitliche Lösung für das Problem geben wird. Die Gemeindeeinsatzleitung, die genau für solche Großereignisse den Organisationsstab bildet, wurde alarmiert. Das Kommando der Feuerwehr und die Gemeindeeinsatzleitung konnten anschließend rasch einen Kommunikations- , einen Notversorgungsplan sowie weitere Schritte zur Schadensminimierung in die Wege leiten.
Die Innsbrucker Kommunalbetriebe und die Feuerwehr Landeck mit Feuerwehr-Drohne wurden alarmiert. Die IKB hat das technisches Know-How und die Ausrüstung um Lecks oberirdisch zu lokalisieren. Zeitgleich wurde durch den Einsatz der Feuerwehr-Drohne großflächig das Gemeindegebiet mit Wärmebild gescannt, um etwaige Wasseraustritte zu orten – leider ohne Erfolg.
Die Feuerwehr Wildermieming hat anschließend mit einem Herrn Klotz, Spezialist vom Ingenieurbüro ZT Eberl, den Wasserplan analysiert und weitere Haushalte wieder ans System zurückgeschlossen. Nach mühsamer und kleinteiliger Arbeit (Schieber auf, Schieber zu, Ringeschlüsse prüfen usw.) konnte die Leckage auf einen kleinen Bereich in Affenhausen eingegrenzt werden.
Die Mitarbeiter der IKB konnte anschließend gegen 11:30 Uhr das Leck unter der Bundesstraße auf höhe der Bushaltestelle in Affenhausen ausmachen.
Gemeinsam mit ZT Eberl konnte währenddessen das über Stunden aufgebaute System, aus der Rochusquelle entspringend, auch in die untere Siedlung umgeleitet, und so die Wasserleitungen Stück für Stück wieder gefüllt werden.
Um ca. 12:00 Uhr konnten die zwei bestehenden Kreisläufe aus Hochbehälter und Rochusquelle wieder zusammengeführt werden.
Ein kleiner Teil, 5 Gebäude, sind nun bis zur vollständigen Reparatur der Leitung von der Wasserversorgung ausgeschlossen. Diese werden durch eine Trinkwasser-Schlauchleitung über Umwege nun versorgt.
Einsatzende war mit 12:30 Uhr.
Zusammenhalt!
Die Feuerwehr Wildermieming möchte sich auf diesem Weg für den motivieren und unermüdlichen Einsatz aller Beteiligen bedanken!
- Gemeindemitarbeiter:innen
- Gemeindeeinsatzleitung
- Zahlreiche zivilen Helfer:innen
- Ingenieurbüro ZT Eberl
- Feuerwehr Landeck
- Innsbrucker Kommunalbetriebe
- Presse
- und auch bei den Familien der Einsatzkräfte für die Versorgung